on the road to the mountains of madness

Staub zu Staub

Hank ist tot, der letzte Brief, den ich von ihm erhalten habe, hatte mich ohnehin in große Sorge versetzt, aber da er heute nicht angerufen hat, scheint es sicher zu sein. Mit zittriger Hand griff ich vor einer Stunde zu den Unterlagen, die er mir hinterlassen hat. Hätte ich das bloß nie getan. Ich verstehe nun seine Musik, seine Paranoia…

Man sagt den Kindern des Jazz ja bekanntlich ein gewisses drittes Auge nach, eine Fähigkeit in die Schatten zu schauen. In die wahren Schatten. Nicht der Schatten eines Sonnenschirms an einem viel zu heißem Augusttag am Strand. Dieser wohltuende Schatten, in dem man sich sicher geschützt vor der Sonne fühlt. Ich meine die Schatten, die keiner richtig bemerkt. Die nur am Rande des Auges zu erkennen sind. Sobald sie sich nur für einen Bruchteil einer Sekunde in das eigene Bewusstsein drängen und man sich erschrocken zu ihnen hinwendet, sind sie schon wieder verschwunden. Besser gesagt, sie waren nie da. Denn sie haben sich bereits in deinen Gedanken versteckt. Du wirst sie nie los, …nie los.

Ich bin bereits bei meinem 5. Absinth. Am Anfang hat es sehr geholfen, so wie der Whisky, oder was er auch immer für nen Fusel in seinem Flachmann mit sich trug, Hank geholfen hat. Doch die grüne Fee wird immer schwächer und statt ihrem Feenstaub streut sie nur noch Glasscherben in meinen Kopf. Dennoch, dieser Schmerz ist eine willkommene Abwechslung zu dem Grauen, der sich in Hanks Unterlagen vermummt hat und nun an meinem Geisteszustand nagt.

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yyg

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